Hayner Burgfest 2010: Memento Akkon – Aufbruch der Ordensritter
10. – 12. September 2010
Kein Hayner Burgfest darf einem anderen gleichen. Das ist oberstes Gebot des Veranstalters, der „Kultur-Gesellschaft Hayner Vereine GbR“. Deshalb wird jedes Jahr ein wechselnder Schwerpunkt vorgegeben. So widmet sich in diesem Jahr das Hayner Burgfest unter dem Motto “Memento Akkon – Aufbruch der Ordensritter“ den dramatischen Schlachten um die Hafenstadt im Morgenland und die damit verbundene Geschichte der Kreuzzüge und Ritterorden.
Und wieder ist Großes in Planung: Erstmalig soll außerhalb des Festgeländes die außergewöhnliche Kulisse am Burgweiher Teil einer voluminösen Inszenierung um die Eroberung Akkons werden. „Akkon Fumare“ – nennt sich die gigantische Abendshow, die das Publikum in Faszination versetzen wird. Der große Kampf um die Stadt Akkon wird mit über einhundert Akteuren zu Pferde und zu Schiff in einem grandiosen Lichtermeer aus Feuer und Illumination von Werberegisseur Axel Loh mit seinem „Herold Flynn Team“ in Szene gesetzt.
Der Hayner Burgweiher dient als Hafen, der vom letzten Kreuzfahrerschiff, das die große Reise überstanden hat, angelaufen wird. Heerscharen von Streitern werden versuchen mit mittelalterlichen Kampftechniken und viel List und Tücke, die geschichtsträchtige Stadt einzunehmen. Kriegsgerät wird herangekarrt und berittene Kämpfer organisieren den Angriff. Untermalt wird die Szenerie am Samstagabend von einem Erzähler nebst gewaltiger Musik.
Die Vorbereitungen für ein solch großes Projekt starteten bereits im November 2009. Axel Lohs Idee, den Burgweiher in eine Show einzubeziehen, traf beim Veranstalter auf ein offenes Ohr. Plante man doch schon längere Zeit, das Gewässer in den Programmablauf einzubeziehen. So war die Idee geboren, in diesem Jahr eine große Belagerungsszenerie zu inszenieren. Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung als Regisseur von Rittershows kann Axel Loh einmal mehr sein Können beweisen. Ein Team mit über hundert Akteuren will koordiniert und inszeniert sein.
Spaß und Freude am gemeinsamen Schauspiel, dürfen bei den teilnehmenden Akteuren nicht fehlen. So wird als Verkostung und Lohn für den harten Kampf, ein Wildschweinbraten gereicht. Das große Essen ist Teil des Schauspiels und zeigt das man im Mittelalter nicht nur gekämpft, sondern auch gefeiert hat. Auf beiden Seiten.
Noch steht Interessierten die Teilnahme an dem Spektakel offen. Ordensritter und Sarazenen, die sich an der großen Belagerungsszenerie beteiligen möchten, können sich unter unserer E-Mail-Adresse anmelden. Gesucht werden auch noch finanzierbare, historische Boote für die Aktionen auf dem Wasser. Für Hinweise sind die Organisatoren dankbar.
Die dramatische Schlacht um die Hafenstadt im Morgenland findet mit der Uraufführung „Die Streiter des Himmels“ ihre Ergänzung. Auf einer 30 Meter breiten Bühne mit monumentaler Ausstattung wird die mit Spannung und Action geladene Reiter- und Schwertkampfshow wesentlicher Teil des wieder umfangreichen Programms sein. Die Inszenierung ist in diesem Jahr kein klassisches Turnier, sondern ein Ritterspiel.
Diese Show zeigt den letzten Kampf zwischen König Richard Löwenherz und seinem größten Feind Sultan Saladin vor den Toren Akkons während des dritten Kreuzzuges. Beide Herrscher schicken ihre besten Kämpfer aus, um den Kampf um das heilige Land zu gewinnen. Eingerahmt wird die Szenerie von einem Heerlager der Kreuzritter und auf der anderen Seite das der Araber.
Vier Shows an zwei Tagen mit einer Länge von 30 Minuten werden das Publikum unterhalten. Intrigen an beiden Königshäusern, Schwertkämpe und rasante Reiter-Action sorgen für Spaß und Spannung. Dieses Ritterspektakel inszeniert wiederum Axel Loh mit seinem „Herold Flynn Team“.
Den „Schlachtenlärm“ übertönen wird ein Konzertabend mit Seltenheitswert: Schelmish, Tumultus Simplex und die schottischen Newcomer und Überraschungsabräumer aus 2009, Saor Patrol, stehen am Freitagabend gemeinsam auf der Bühne. Wenn alle Spielleute gemeinsam aufspielen, bebt die Reichsburg. Zwischen diesen Bands und dem Publikum, Dreieichenhain sowie dem Organisationsteam hat sich in den vergangenen Jahren eine Leidenschaft entwickelt. Viele Zuschriften und Gespräche ließen keine andere Wahl zu, als die drei “Hausbands” gemeinsam auf die Bühne zu bringen.
Neben den Konzerten der drei Bands entsteht unter der künstlerischen Leitung von Torsten Schördling, erfolgreicher Komödiant von „Pill & Pankratz“, ein umfangreiches Kultur-Programm auf der malerischen Freilichtbühne. Bekannte Künstler, wie Shri Magada, Lupus, der Gaukler, Seelenfunken oder die Falknerei Horus, wirken mit. Mit orientalischen Falknereivorführungen, einem Sarazenen-Fest, der Feuershow „Akkon brennt“ und der Fortführung von Szenen aus der Show „Akkon Fumare“ wird wiederum der Bezug zum Schwerpunkthema hergestellt.
Zum Konzept der Organisatoren zählt die Unterstützung heimischer Künstler. Seit einigen Jahren erhalten deshalb die Feuertänzer und Feuergaukler von „Lord of the Fire“ eine Plattform. In diesem Jahr bietet der Veranstalter dem erfolgreichen heimischen Improvisationstheater „Impro Garage“ den Einstieg in das Mittelalter-Genre. „Heilige Improvisation“ wird sich die Premiere des spitzfindigen Spontanspektakels nennen.
Ab Freitagmittag entfaltet sich zwischen den Aktionsflächen buntes Treiben auf dem 1537 erstmals erwähnten Mittelalter-Markt „Herrenborn“ mit über 100 Ständen. Handwerker, Händler, Hökerer, Tavernen, Gaukler, Spielleute, Bettler und weiteres buntes Volk ebnen den Weg in ein anderes Zeitalter. Vermeintlich vergessene Berufe erwachen erneut zu lebendigem Handwerk: Bootsbauer, Knopfmacher, Seifensieder, Buchbinder, Bogenbauer, Perlendreher, Lederpunzierer, Fahnenmaler und viele andere mehr. Selbstverständlich wird ein Ausstatter für Ordensritter nicht fehlen.
Für die kleinen Festgäste wird wieder ein umfangreiches Kinderprogramm geboten: „Abd al Nur Ibn Said Ibn Shahin”, alias Helmut Kellner, erzählt im Sarazenen-Lager Märchen aus Tausend und einer Nacht. Der legendäre Kiepenkasper begeistert mit seinem mobilen Puppentheater. Natürlich ist das Morgenland mit Kamelen, auf denen geritten werden darf, vertreten. Unterhaltung versprechen den jüngsten Burgfestbesuchern auch das kleinste, handbetriebene Riesenrad der Welt und das Tjost, ein ritterliches Zweikampfspiel mit der Lanze. Über das gesamte Festgelände verteilen sich weitere mittelalterliche Spielangebote.
Die Lagerflächen sind in diesem Jahr ausschließlich den wesentlichen Ritterorden vorbehalten. Die Templer, die Johanniter bzw. Malteser, der Deutsche Orden und der lebrageplagte Lazarus-Orden erhalten jeweils ihre eigenen Flächen. Noch sind nicht alle Flächen vergeben, so dass Bewerbungen weiterhin möglich sind.
Mehrere Hundert Mitwirkende und das wunderschöne Ambiente machen das Hayner Burgfest zu einem einzigartigen, phantastischen Spektakel. Gaukler, Akrobaten, Spielleute, Schauspieler, Feuerkünstler, Ritter und Heerlagergruppen erwecken während der drei Festtage längst vergangene Zeiten. Zwischen den Marktständen, auf der Freilichtbühne, auf der Ritter-Bühne und in den Heerlagern gilt es immer wieder neue Attraktionen zu erleben. Mitreißende Musik sowie zwerchfellerschütternde Gaukler und Vaganten lauern an allen Ecken und Enden.
Mit über 100 Einzelveranstaltungen ist die Programmfülle selbst für die Organisatoren kaum überschaubar. Neben Workshops wird selbst ein wissenschaftliches Begleitprogramm nicht fehlen. Dieses erweiterte Programmangebot bietet neben der reinen Unterhaltung auch die Möglichkeit einer ernsthaften Auseinandersetzung mit dem diesjährigen Schwerpunktthema und steht damit auch für den wissenschaftlichen Anspruch des gesamten Hayner Burgfestes. Selbstverständlich sind in diesem Jahr die Vorträge den Ritterorden und Kreuzzügen sowie der hieraus resultierenden Entstehung der Heraldik gewidmet.

