Pressemitteilung Kultur-Gesellschaft Hayner Vereine GbR, August 2008:
Das Hayner Burgfest 2008: Ein Blick hinter die Kulissen
Seit Herbst letzten Jahres bereitet ein neunköpfiges Organisationsteam fieberhaft das diesjährige Hayner Burgfest (12. – 14. September 2008) vor. Der organisatorische Aufwand ist für die Mitglieder dieser Organisationsgruppe, die alle ehrenamtlich aktiv sind, enorm. Deshalb wurde schon vor einem Jahr mit den Planungen begonnen.
Rund 500 Teilnehmer galt es zu verpflichten und zu koordinieren. Seit Ende Mai steht das Programm, in das alle Künstler und Marktteilnehmer einzufügen sind. Allein 105 Programmpunkte waren abzustimmen und mit Inhalten zu füllen. Dabei gelang es, die Angebotsvielfalt nochmals zu erhöhen, denn der Veranstalter, die „Kultur-Gesellschaft Hayner Vereine“, ist bemüht, der Stadt und der Region auch im Jahr 2008 ein außergewöhnliches, unterhaltsames und lehrreiches Fest zu schenken.
Das Hayner Burgfest hat inzwischen unter den 14.000 Historienfesten in Deutschland eine Vorreiterfunktion übernommen. Das Organisationsteam hat sich zum Ziel gesetzt, mit kreativen und innovativen Ideen das Hayner Burgfest auf einem hohen Niveau zu halten. Ein Ergebnis kreativen Handelns sind die jährlich wechselnden Schwerpunkte.
So steht in diesem Jahr das Hayner Burgfest unter dem Motto „Mythos – Legenden aus dem Mittelalter“. Dieser mehrdeutige Leitspruch lässt bewusst verschiedene Interpretationen zu. Denn als Legenden lassen sich eine Vielzahl der Teilnehmer bezeichnen. Die Verantwort-lichen haben dafür gesorgt, dass klangvolle Namen das Burgfest erobern, vom sechsfachen Fakir-Weltmeister über eine der spektakulärsten Künstlergruppen Europas bis hin zur führenden europäischen Falknerei.
Gemeinsam werden die Künstler die Bühnen und den Mittelalter-Markt „Herrenborn“ nach dem Willen der Organisatoren in ein wahres Feuerwerk mittelalterlicher Gauklerkunst verwandeln. Der Freitag beginnt mit der „Ladung zum Veytstanz“. Für diesen Abend konnten zwei hochkarätigen Mittelalter-Rockbands, deren Konzerte faszinierende Feuershows folgen, gewonnen werden.
Am Samstagabend steigt die „Nacht der Mythen und Mirakel“, ein fantastisches, mehrstündiges Spektakel, wie es die Burg und die Region noch nie erlebt haben. Im Mittelpunkt steht die Turmburg, Deutschlands ältester Wolkenkratzer, die in ihrer gesamten Höhe von bis zu 25 Metern bespielt wird. Ziel ist es, die Besucher in eine märchenhafte Welt der Hainer Sagen und Legenden zu geleiten. Noch arbeiten die Vereinsvertreter an mystisch anzustrahlenden Ruinenmauern und einer geheimnisvollen Gestaltung des Burggartens.
Ein solches Unterfangen hat es wohl noch nie gegeben und stellte die Organisatoren vor eine gewaltige Herausforderung. Ein speziell für italienische Altstädte konstruierter Kran wird für diesen Zweck auf der Freilichtbühne versteckt. „Wenn schon ein Kran, dann könnte auch noch ein zweiter hinzukommen“, sagten sich die „Freizeit-Manger“. Und schon war die nächste große Idee geboren. Auf dem Burghof-Parkplatz wird ein Panorama-Kran die Besucher in eine Höhe von 46 Metern befördern und grandiose Blicke über Burgfest, Burg, Altstadt und das Rhein-Main-Gebiet eröffnen.
Mit besonderer Sensibilität bereitete die Kultur-Gesellschaft den Mittelalter-Markt „Herrenborn“ vor. Der Markt ist das Aushängeschild einer Mittelalter-Veranstaltung. Die Veranstalter rühmen sich, dass der Herrenborn an der Stelle angesiedelt ist, wo er schon vor seine Ersterwähnung im Jahr 1537 stattfand. Fast 100 Handwerker, Händler und Tavernen galt es seit November letzten Jahres auszuwählen. Haben sich doch in jedem Jahr Teilnehmer eingeschmuggelt, die auf einem Mittelalter-Markt nichts verloren haben. Glücklicherweise genießt das Hayner Burgfest inzwischen einen so hervorragenden Ruf, dass selbst die namhaftesten Anbieter Schlange stehen.
Nicht nur mit der Auswahl der Teilnehmer wird eine weitere Aufwertung des Marktes erzielt. Auch neue Berufe erhöhen jährlich die Spannung. Wo sonst kann man noch einem Büttner, einem Wetterfahnenmacher oder einem Fahnenmaler bei der Arbeit zuschauen. Vielfalt, gepaart mit immer wieder überraschenden Erlebnisbereichen über das weitläufige Festgelände hinweg, sind das Geheimnis der Verantwortlichen. Und es soll in diesem Jahr noch eine Idee authentischer werden. Dafür werden auch ein echter mittelalterlicher Toilettenwagen und das einzige mobile Mittelalter-Hotel „Refugio“, das schon seit Wochen ausgebucht ist, sorgen.
Und damit noch nicht genug. Ein neuer Gedanke wurde im Organisationsgremium geboren und sofort umgesetzt: die so genannte „Stunde des Handwerks“. Im Stundentakt stellen vermutlich erstmals auf einem Mittelalter-Fest Handwerker dem interessierten Publikum ihr fast vergessenes Handwerk vor.
Mit einem weiteren Veranstaltungsblock im Burgkeller setzt die Kultur-Gesellschaft nochmals Akzente. Im letzten Jahr erstmals auf einer Mittelalter-Veranstaltung erprobt, wird in diesem Jahr das wissenschaftliche Begleitprogramm erweitert. Historiker und Wissenschaftler referieren im Burgkeller stündlich über mittelalterliche Legenden und weitere Themen aus einer der buntesten Epochen unserer Vergangenheit. Dazwischen werden keltische Messen im Burgkeller gelesen.
Warum nicht während einer Messe im mittelalterlichen Ambiente nach der Sitte unserer keltischen Vorfahren heiraten, war ein zündender Gedanke im Organisationsteam. Die Idee war geboren, auf der Homepage ein Paar zu suchen, das sich im Rahmen einer Messe nach der keltischen Zeremonie “Handfasting” trauen lassen will. Monatelang blieb der Aufruf ungehört, bis in der letzten Woche plötzlich drei Paare Interesse bekundeten. Da für das Zeremoniell Wasser, Bäume und eine Wiese in der Nähe sein müssen, stehen die Veranstalter unerwartet vor einer weiteren Herausforderung.
Nur durch das ehrenamtliche Engagement der Vereinsvertreter, das tausende von Arbeits-stunden umfasst, und der Unterstützung von Sponsoren kann das Hayner Burgfest in einem derartigen Umfang bei gleichzeitig günstigen Eintrittspreisen durchgeführt werden. Das Orga-nisationsteam konnte 19 Sponsoren gewinnen, die die Vereine mit vielfältigsten Aktivitäten und Zuwendungen unterstützen. Für die Hauptsponsoren wurde bereits im letzten Jahr ein VIP-Bereich eingerichtet, der von einem weiteren Team organisiert und betreut wird.
Nun sind es nur noch wenige Wochen bis zum kommenden Burgfest. Die Organisation erreicht das Endstadium. Das bedeutet für die an der Organisation beteiligten Vereinsvertreter kurze Nächte und wenig Freizeit. Doch engagieren sich alle mit Euphorie für das Burgfest und damit für unsere Heimat. Schließlich gilt es neben der Freude über ein gelungenes Fest selbst formulierte Ziele zu verwirklichen, wie die Bereicherung des kulturellen Lebens, die Förderung von Image und Bekanntheitsgrad des Stadtgebietes oder die Stärkung des örtlichen Gewerbes.
Damit betreibt die „Kultur-Gesellschaft Hayner Vereine“ nicht nur Wirtschaftsförderung, sondern übernimmt auch Aufgaben eines Verkehrsamtes. So bereitet aktuell die Buchung von Gäste-zimmern für eine englische Reisegruppe, die das Hayner Burgfest an allen drei Tagen erleben will, Probleme. Die Hotels im Umfeld der Burg sind aufgrund des anstehenden Großereignisses schon bestens ausgebucht.
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